Artikel im Wirtschaftsreport der IHK Siegen

In der September Ausgabe des Wirtschaftsreports der IHK Siegen ist ein Artikel über unsere Firma erschienen. Der Wirtschaftsreport ist das offizielle Organ der IHK Siegen und erscheint jeweils am 1. jedes Monats.

Der Artikel befasst sich mit drei verschiedenen Unternehmen. Den Teil zu unserem kann hier nachgelesen werden:

Reinigungsservice für Unternehmen: Wer sorgt dafür, dass andere glänzen?

Saubere Immobilien und Grundstücke sind für Unternehmen genauso wichtig wie für private Haushalte – wenn nicht sogar wichtiger. Denn regelmäßige Reinigung und Pflege dienen nicht nur der Werterhaltung. Sie repräsentieren die Firma auch nach außen und sorgen so für ein optimales Image. Ähnlich sieht es bei professionell genutzten Textilien aus: Saubere Berufsbekleidung hinterlässt einen bleibend guten Eindruck. Der WIRTSCHAFTSREPORT stellt drei Unternehmen vor, die sich auf den Reinigungsservice für Firmen spezialisiert haben.

Die Fassade eines Firmengebäudes ist oft schon aus der Ferne zu sehen. Sie markiert den ersten Eindruck, den ein Unternehmen bei Kunden und Geschäftspartnern hinterlässt. Einen glänzenden Auftritt sollen die Produkte und Schulungsangebote der Hermes Fassadenreinigung GmbH mit Sitz in Kirchhundem-Brachthausen ermöglichen. Der Hersteller von Reinigungstechnik und Reinigungsmitteln hat ein eigenes System entwickelt, mit dem Gebäudereiniger, Immobilienmakler, Stuckateure und Malerbetriebe ihren Kunden die Fassadenreinigung als Alternative zum Neuanstrich anbieten können. „Makler beispielsweise schaffen mit einer gereinigten Fassade eine Wertsteigerung von 8 bis 12 %“, erklärt Marketingleiterin Petra Hennemann. Das Unternehmen hat innerhalb weniger Jahre einen rasanten Verlauf genommen – vom kleinen Fassadenreiniger hin zum Hersteller, der europaweit mit mehr als 40 Partnern kooperiert. Treibende Kraft dabei ist von Beginn an Gründer und Geschäftsführer Sebastian Hermes. Auch ein Zufall hatte Anteil am heutigen Erfolg. „Mit der Entwicklung und dem Bau der ersten Hauswaschanlage hat mein Vater 1981 den Grundstein gelegt“, berichtet der Jungunternehmer. „Das war schon ein sehr abenteuerliches Konstrukt“, schmunzelt er. Einige Jahre lang war Alois Hermes als Putzfassadenreiniger im Siegerland und Sauerland unterwegs. Er gab das Geschäft aber Ende der 80er Jahre wieder auf und verkaufte seine Waschanlage nach Ostdeutschland. „1999, da war ich gerade im zweiten Lehrjahr in meiner Ausbildung zum Elektrotechniker, hat mein Vater den neuen Besitzer samt Anlage zufällig an einer Tankstelle in Siegen getroffen – und die Anlage zurückgekauft.“ Als junger Azubi freute sich Sebastian Hermes damals über die Möglichkeit, die Anlage als Nebenjob zu betreiben. Anfangs verdiente er sich damit nur in der Nachbarschaft etwas dazu. 2007 gründete er ein Einzelunternehmen: Unter dem Firmennamen „Sebastian Hermes“ entwickelte er sein erstes eigenes Produkt, eine Hochdruckteleskoplanze. In enger Zusammenarbeit mit Daniel Jaspers, der heute die Leitung der chemischen Entwicklung im Unternehmen innehat, entstand ein spezielles Fassadenreinigungsmittel, dessen optimierte Version bis heute zum Produktportfolio gehört.

Zu Beginn agierte Sebastian Hermes noch von seiner Wohnung aus. Als er 2010 mit dem Bau seines Hauses begann, sollte die Firma in der neuen Garage ihren Platz finden. Sie nahm aber schnell mehr Raum als geplant ein. 2015 gründete Hermes die bis heute bestehende GmbH. Ein Jahr später kaufte er die alte Brachthausener Grundschule. Hier bauen die Mitarbeiter die unterschiedlichen Reinigungsboxen zusammen. Mittlerweile sind europaweit mehr als 65 dieser Anlagen für die Fassadenreinigung im Einsatz. Momentan gibt es drei unterschiedliche Boxen. Bei der Kombibox etwa handelt es sich um eine autarke Einheit, mit der eine Arbeitskraft alleine die komplette Fassade reinigen kann. Sie besteht aus Einzeltanks für Frischwasser, Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie einem Auffangbehälter für das anfallende Schmutzwasser samt Kläranlage. „Vor allem das Thema Schmutzwasser bzw. die Frage, wie man es richtig auffängt und recycelt, beschäftigt unsere Branche gerade sehr“, verdeutlicht Sebastian Hermes. Was an Abwasser bei der Fassadenreinigung anfällt, ist grundsätzlich einer Reinigung zu unterziehen und darf nicht einfach in der Kanalisation verschwinden. „Gesetzlich geregelt ist das schon lange. Bislang hat es aber kaum jemand überprüft, und einheitlich geregelt ist das Ganze auch nicht“, unterstreicht Petra Hennemann. Derzeit würden noch viele Betriebe nach dem Motto „Wo kein Kläger, da kein Richter“ verfahren, aber es tue sich etwas in Sachen Kontrollen. Für Überprüfungen verantwortlich sind die Untere Wasserbehörde, die zuständige Bauaufsicht oder auch das Ordnungsamt. „Bei einer großen Messe in Köln hatten wir zum Beispiel unglaublich viele Maler an unserem Stand. Sie waren sehr interessiert an unserer Auffangwanne für Schmutzwasser, die am Gebäudesockel hochgestellt wird.“ In Verbindung mit einer mobilen Schmutzwasseraufbereitungsanlage möchte Hermes den Kunden damit eine saubere Lösung bieten. Immerhin sei so eine Wasserersparnis von bis zu 50 % zu erreichen.

Seit Sommer 2018 konzentriert sich das Sauerländer Unternehmen auf die Vermarktung und Weiterentwicklung des eigenen Reinigungssystems. Es delegiert Reinigungsaufträge nun an seine Partner. Mit einem eigenen Service-Portal für Fassadenreiniger bietet Hermes vor allem den kleineren Partnerbetrieben, die sich mit Vertrieb und Marketing schwertun, eine Plattform: Über die Homepage können interessierte Kunden den passenden Dienstleister in ihrer Nähe finden. Ein weiteres Standbein bilden Web-Seminare für Partner: Über eine passwortgeschützte Homepage können sie verschiedene Lernmodule abarbeiten. Gestartet war die GmbH im Jahr 2015 mit zweieinhalb Mitarbeitern. Heute hat Sebastian Hermes 15 Angestellte. Und nun sind auch in der ehemaligen Grundschule alle räumlichen Kapazitäten ausgeschöpft, weshalb die Verantwortlichen einen 1250 m² großen Anbau planen. Im kommenden Jahr soll alles fertig sein. Zehn neue Arbeitsplätze möchte das Unternehmen dann in den Bereichen „Entwicklung von Reinigungsprodukten“ und „Engineering für Reinigungstechnologie“ bieten. Das rasante Wachstum freut den Gründer sehr. Auch Petra Hennemann ist zufrieden: „Es macht einfach Spaß, hier zu arbeiten. Obwohl es uns schon etwas länger gibt, herrscht hier noch immer eine gewisse Start-up-Mentalität. Wir sind auf Vollgas eingestellt.“

Der komplette Artikel kann in folgendem PDF-Dokument nachgelesen werden.

QUELLE: Wirtschaftsreport | Text: Christina Spill | Fotos: Heiner Morgenthal

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