Artikel in Der Maler und Lackierermeister

In der Oktober Ausgabe des Magazins Der Maler und Lackierermeister ist ein Artikel über unser Schmutzwasserkonzept erschienen. Der Maler und Lackierermeister ist das offizielle Organ des Bundesverbandes für Farbe Gestaltung und Bautenschutz.

Im Folgenden kann der Artikel nachgelesen werden:

Am Rande der Legalität?

Fassadenreinigung und Entsorgung von Abwasser

Vor dem Anstrich einer Fassade reinigen die meisten Maler diese zunächst einmal mit dem Hochdruckreiniger. Schließlich müssen Schmutzpartikel, Dreck, Algen oder Schimmel zuverlässig entfernt sein, damit die Oberfläche sauber und somit bereit für die frische Farbe ist. Das dabei entstehende Schmutzwasser läuft die Fassade hinunter und versickert im angrenzenden Erdreich. Genau an diesem Punkt kann es für den verantwortlichen Handwerker kritisch werden: Denn dass sie sich mit dieser gängigen Praxis am Rande der Legalität bewegen, ist den wenigsten Malern bekannt. Dabei gibt es gute und erschwingliche Systeme für ein ordnungsgemäßes Vorgehen.

Durch die oft jahrzehntelangen Ablagerungen von Schadstoffen auf den Fassaden, in Verbindung mit den Inhaltsstoffen aus verschiedenen Farben, kommt es bei Reinigungs- oder Abbeizarbeiten zu hohen Schadstoffkonzentrationen im Abwasser. Analysen haben gezeigt, dass in der Regel mit hohen Schwermetallbelastungen zu rechnen ist, dass aber auch, je nach Oberfläche und bei Einsatz von Reinigungsmitteln, Kohlenwasserstoffe und Chlorverbindungen ins Abwasser gelangen können.

Anfallendes Abwasser aus der Fassadenreinigung darf daher nicht im Boden versickern und somit ins Grundwasser gelangen und auch nicht in Oberflächengewässer oder die Regenwasserkanalisation eingeleitet werden. Boden- und Gewässerverunreinigungen dieser Art sind nicht nur umweltschädlich, sie erfüllen unter Umständen einen Straftatbestand nach § 324 StGB.

Malerbetriebe haben nun die Möglichkeit, diese Tatsache zu ignorieren und nach dem Prinzip „Wo kein Kläger, da kein Richter" darauf zu hoffen, dass sich niemand an ihrem Vorgehen stört. Oder aber sie gehen auf Nummer sicher und informieren sich bei ihrer Stadt oder Kommune, welche Regelungen und Vorschriften diesbezüglich in ihrem Tätigkeitsgebiet gelten.

Diese variieren von Stadt zu Stadt, von Gemeinde zu Gemeinde zum Teil erheblich. So verlangt das Umweltamt Bielefeld von jedem ausführenden Betrieb, dass er die geplante Fassadenreinigung spätestens zehn Tage vor Beginn der Arbeiten schriftlich anzeigt. Das Abwasser muss aufgefangen und in den Schmutz- oder Mischwasserkanal eingeleitet werden - nachdem zuvor Feststoffe, wie Farb- oder Putzreste, entfernt wurden. Wer beispielsweise in Bochum keine Einleitgenehmigung hat, darf das Abwasser auch nicht einleiten. In Herne hingegen muss die Fassadenreinigung weder angemeldet noch eine Einleitgenehmigung eingeholt werden.

Große Unterschiede innerhalb Deutschlands

Eine Erhebung zeigt, dass von 80 Städten 47,5 Prozent eine Einleitgenehmigung und 30 Prozent eine Anmeldung der Fassadenreinigung verlangen. Bei 21,25 Prozent der Städte ist keine Einleitgenehmigung notwendig; 15 Prozent verzichten auf eine Anmeldung der Fassadenreinigung. Etwa ein Drittel der Städte (28, 75 Prozent) haben ein eigenes Merkblatt speziell zu diesem Thema erstellt, 17,5 Prozent verweisen auf das entsprechende Merkblatt der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.).

Die Rechtslage ist also durchaus verwirrend und alles andere als einheitlich. Jenseits aller Vorschriften gibt es heute allerdings gute Möglichkeiten für Malerbetriebe, gar nicht in die Verlegenheit zu kommen, gegen Auflagen zu verstoßen und gleichzeitig die Umwelt effektiv zu schützen. Denn auf dem Markt existieren gute und erschwingliche Systeme für ein ordnungsgemäßes Vorgehen.

Umweltfreundlich und gesetzeskonform

Die Hermes Fassadenreinigung GmbH mit Sitz im südwestfälischen Kirchhundem-Brachthausen beispielsweise gehört zu den Pionieren in Sachen Fassadenreinigung. Firmengründer Sebastian Hermes ist mit dem Thema Fassadenreinigung aufgewachsen: Bereits 1981 entwarf und baute sein Vater Alois eine erste Hauswaschanlage, mit der er Putzfassaden im Sauerland reinigte. Eine zweite, verbesserte Anlage folgte 2004. Drei Jahre später machte sich Sebastian Hermes selbstständig. Da er die gesetzlichen Regelungen für das Auffangen des anfallenden Schmutzwassers kannte und ihm darüber hinaus klar war, wie schädlich die von den Fassaden gespülten Schadstoffe für das Grundwasser sein können, entwickelte er mithilfe eines promovierten Chemikers ein umweltfreundliches System für eine professionelle Fassadenreinigung.

Dieses Reinigungssystem besteht aus speziell entwickelten Reinigungsmitteln, hochwertiger Reinigungstechnik und technischem Zubehör wie beispielsweise Teleskoplanzen, die eine Reinigung ohne Gerüst ermöglichen. Eine Besonderheit liegt dabei in der eigens entwickelten Wasseraufbereitungsanlage: Eine Wanne fängt das Schmutzwasser auf, woraufhin es abgepumpt, gereinigt und dem Wasserkreislauf wieder zugeführt wird. Maler- und Fassadenreinigungsbetriebe, die dieses System nutzen, benötigen keine Einleitgenehmigung und schonen die Umwelt.

,,Die Nachfrage der Betriebe nach unserem Reinigungssystem ist in den letzten Jahren extrem gestiegen", schildert Sebastian Hermes. ,,Dazu hat natürlich auch das größere Umweltbewusstsein der Kunden und innerhalb der Gesellschaft beigetragen." Vor zwei Jahren erweiterte Hermes daher seine Forschungs-, Produktions-, Lager- und Ausbildungsstätte in Südwestfalen auf eine Fläche von nunmehr 2 000 Quadratmeter. Vergangenes Jahr trennte er sich von seinem operativen Geschäftszweig Fassadenreinigung. Seither ist sein Unternehmen ausschließlich Systemhersteller und Partner für Maler, Stuckateure und Gebäudereiniger. „Unsere Kunden müssen sich nicht mehr um die Bürokratie kümmern, die mit einer normalen Fassadenreinigung einhergeht", erklärt Hermes. ,,Zudem machen sie die Erfahrung, dass unser System nicht nur bei Privatkunden, sondern gerade auch bei öffentlichen Auftraggebern und großen Projekten ein echter Pluspunkt ist."

Der komplette Artikel kann in folgendem PDF-Dokument nachgelesen werden.

QUELLE: Der Maler und Lackierermeister| Text: Anne Dörseln | Fotos: Hermes Fassadenreinigung GmbH

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